Essay zu sozialer Kommunikation.

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Soziale Kommunikation, Mitteilungen innerhalb der Gesellschaft. Aber was ist mit den Mitteilungen an uns selbst? Wer macht sich Gedanken darüber, wie wir mit uns selbst kommunizieren und was das wiederum mit der Wirkung auf unsere Umgebung zu tun hat? Kommunikation ist Sprache, Körperlichkeit, Energie, Information auf jeglicher Ebene. Sie geht von uns aus und trifft irgendwie auf andere. Oder nicht? Doch bevor diese Information im Außen irgendjemanden (be)treffen kann, muss sie erst einmal durch uns selbst fliesen. Durch die Filter, Erwartungen und Bewertungen, die wir in uns haben. Gedanken und Gefühle sind es, die wir ausdrücken wollen. Gefühle und Gedanken bedingen sich dabei gegenseitig. Fühle ich mich gut, sucht mein Gehirn Gründe für mein Wohlsein, was noch mehr Wohlsein verursacht. Denke ich gute Gedanken, reagiert mein Körper positiv darauf. Er richtet sich auf. So ein aufrechter, selbstbewusster Körper wiederum zeigt unserer Umgebung, dass wir aufgeschlossen, selbstbewusst und gesund sind. Vieles mehr, vermutlich sogar. Und an dieser Stelle hat noch niemand auch nur ein Wort gesagt. Demnach beginnt Kommunikation noch lange bevor sie uns bewusst ist.

Hast du schon einmal zugehört was du den ganzen Tag denkst, also zu dir selber sagst? Nein? Kommen dir Sätze wie „Das schaffst du nicht.“, „Was, wenn es nicht klappt?“, „Ich bin nicht gut genug.“,  bekannt vor? Würdest du so mit einem deiner Freunde kommunizieren? Würdest du sagen „Das schaffst du sowieso nicht“ wenn eine neue Herausforderung wartet? Vermutlich nicht. Und nun, wo du das liest, geht es vermutlich gleich weiter. „Oh nein. Ich darf so etwas nicht denken. Ich bin schlecht, weil ich so etwas denke.“ Doch auch hier ist es wie bei dem Gespräch mit einem Freund: Du musst nicht alles glauben was du sagst, du musst nicht alles als wahr betrachten was du hörst. Wieso nicht einmal die eigenen Gedanken hinterfragen. „Was möchte ich mir damit sagen?“ Vielleicht, dass du Angst hast, vielleicht, dass du Hilfe brauchst, vielleicht das du schlechte Erfahrungen gemacht hast? So wie du einen guten Freund mit Worten aufrichten kannst, so kannst du auch dich selbst aufrichten.  So wie du einen guten Freund umarmst, so kannst du auch dich selbst umarmen.

Und weißt du was das Gute daran ist? Wer einmal die eigene Kommunikation bewusst beobachtet hat, der weiß, dass auch in anderen diese Gespräche stattfinden. Jemand hat dich nicht gegrüßt, weil er dich übersehen hat? Nicht schlimm, er hat dich vielleicht gar nicht absichtlich ignoriert, sondern einfach nur in seinen Gedanken gehangen. Der eigene innere Dialog war vielleicht einfach zu laut. Vielleicht hat der andere sich einfach nicht getraut etwas zu sagen? Hat er vielleicht schlechte Erfahrungen gemacht?  Hast du in diesem Moment überhaupt wie jemand gewirkt, der gerne angesprochen werden möchte? Interessante fragen oder?

Mitgefühl hilft uns Kommunikation etwas leichter zu nehmen, ohne dabei leichtfertig zu werden, achtsam mit uns umzugehen und achtsam den anderen zu betrachten. So können wir vielleicht ein bisschen besser im richtigen Moment einen Schritt auf den anderen zugehen, im wahrsten Sinne des Wortes. Oder Raum lassen wo Raum gebraucht wird. Auch still zu sein ist Kommunikation und manchmal braucht es Vertrauen in diesen Zeitraum der Stille der entsteht um wirklich in Kontakt zu kommen.

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1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort

  • Dr. Thomas Hanstein
    18. Januar 2021 11:32

    Das ist eine schöne schreibende Auseinandersetzung mit einem Thema, das uns alle angeht! Vielen Dank Carmen für den Impuls zu Wochenbeginn! Ich werde ihn gern zum Anstoß nehmen, darüber mit Schüler*innen ins Gespräch zu kommen!

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